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09 Jul 2025 - Bequem beobachten mit einem 30 cm Dobson


von Detlef Koschny



Seit fast 10 Jahren habe ich in unserem Ferienhaus im Bayerischen Wald einen 30 cm "Orion UK" Dobson mit 120 cm Brennweite. Das Gerät hat einen Volltubus, und alles ist aus Metall, inclusive der Rockerbox (in der das Teleskop gelagert ist). Abb. 1 zeigt den Dobson im Juli 2016. Das Gerät passt auch locker in unserem VW Bus. Aber eigentlich hatte ich von Anfang an geplant, ihn auf einer Sackkarre in unserer Garage stehen zu haben. So kann er in Minutenschnelle nach draussen gerollt werden zum Beobachten. Durch seine Kompaktheit ist er super-bequem zum Beobachten - aber durch meine Verbesserungen ist er noch viel bequemer geworden.

Der Dobson nach seinem ersten Aufbau.
Abb. 1: Der Dobson nach seinem ersten Aufbau. Die Rockerbox wird aus mehreren Metallteilen selber zusammengeschraubt. Der Tubus mit Optik wird komplett geliefert.

Feuchtigkeit kann hier in der Gegend ein Problem sein, also kam gleich eine Taukappe dazu. Abb. 2 zeigt das Fernrohr wie es - bereit zum Beobachten - im Garten steht.

Ich finde es wichtig, beim Beobachten sitzen zu können. So bin ich entspannter, und sehe mehr. Daher kam nach kurzer Zeit noch ein höhenverstellbarer Beobachtungsstuhl hinzu (Abb. 3). Ich habe auch Tauheizungen besorgt (Abb. 4, Abb. 5), die über ein Regelgerät angesteuert werden (Abb. 6). Erst nach vielen Jahren habe ich mich aufgerappelt, an der Seite der Rockerbox ein Holz zu montieren auf dem das Akkupack (Abb. 7) für die Heizungen - und auch für den Hauptspiegellüfter fest installiert ist (Abb. 8). Aufgrund der Einfachheit der Dobson-Montierung konnte ich alle Kabel für die Heizung vom Sucher und vom Okular fest verlegen. Nun brauche ich den Dobson nur nach draussen zu rollen, das Akkupack einschalten, und alles läuft.

Der Dobson nach seinem ersten Aufbau.
Abb. 3 nochmal: Der Dobson, so wie er jetzt aussieht. Zum Aufbauen rolle ich ihn, so wie er ist, nur ohne Taukappe, auf der Sackkarre nach draussen. In einem zweiten Gang hole ich den Beobachtungsstuhl und den Okularkoffer, setze die Taukappe auf, und schalte das Akkupack ein.

Um das Gerät einfach auf der Sackkarre zu transportieren, waren weitere Anpassungen nötig. Ich habe höhere Gummifüsse unter das Teleskop geschraubt (die gibts bei Amazon), so dass ich mit der Sackkarre leichter drunter komme (Abb. 9). Eine Markierung aus Panzerband zeigt mir an, wie das Fernrohr im Azimut stehen muss wenn ich die Sackkarre reinschiebe (auch Abb. 9). Das Lagerbrett unten an der Sackkarre erhielt zwei Einkerbungen (Abb. 10), weil sonst die Schraube des Azimutlagers unten aufsitzt. Ich Filz und Schaumstoff-Polster (Abb. 11) an die Sackkarre angebracht, damit das Fernrohr beim Transport weicher sitzt.

Gerade im Winter ist das Teleskop kalt - weil es ein Dobson ist, muss man 'von Hand' nachführen. Das bedeutet, das Teleskop anzufassen. Dann werden auch die Finger kalt. Ich habe daher an die Stellen, wo ich zum Nachführen das Teleskop berühre, schwarzen Filz angebracht. Das hat auch noch den Vorteil, dass der ursprünglich weisse Tubus nicht mehr blendet. Ein Holzgriff (Abb. 12), über eine zusätzliche Rohrschelle ohne Bohren am Tubus befestigt, hilft ebenfalls.

In der aktuellen Ausbaustufe gab es noch ein paar Verbesserungen: An der Sackkarre ist ein ausklappbares Tischchen (Abb. 13) angebracht. Das gabs mal im Baumarkt als Dreingabe bei einer Leiter und passt auch hier.

Weil ich mir in manchen Positionen den Hals verrenken musste um durch den Sucher zu schauen, habe ich den weiter nach vorne verschoben. Dies wollte ich ohne Anbohren des Tubus erreichen - darum habe ich in den vorhandenen Sucherschuh eine Prismenschiene montiert, auf der ein Aluprofil festgeschraubt ist. Ein weiterer Sucherschuh ist vorne auf dem Aluprofil montiert (Abb. 14).

Das absolute Highlight des Komforts wurde getriggert durch einen kürzlichen Verlust meiner Brille. Ich beobachte ohne Brille, und lege diese dann immer irgendwo ab. Manchmal hab ich sie nicht wiedergefunden. Das schlimmste war im letzten Winter - da fand ich die Brille erst nach langem Suchen wieder im Schnee (Abb. 15), auf dem Weg von der Garage zu meinem Beobachtsplatz im Garten. Daraufhin habe ich an der mir zugewandten Seite der Rockerbox eine Brillenhalterung angebracht (Abb. 16). Diese Investition von 5 Euro hat sich schon ausgezahlt - ich beobachte jetzt immer ganz beruhigt, weil ich weiss wo meine Brille ist.

Jetzt wo ich nach fast 10 Jahren die Beobachtung mit dem 30 cm Dobson optimiert habe, habe ich mir einen grösseren Dobson zugelegt. Ich bin gespannt ob das auch 10 Jahre braucht bis ich mir da alles eingerichtet habe.

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